Anti-Doping-Haltung
wappen_gcs_transp_001 Der deutsche Golfsport mit klarer Anti-Doping-Haltung





(Auszug aus dem Interview mit Dr.Astrid Maria Offer)

Da der Golfsport nach zuletzt 1904 wieder in das olympische Programm (2016) aufgenommen worden ist und Deutschland sich außerdem um den Ryder Cup 2018 bewirbt, ist ein konsequenter Kampf gegen Doping im Deutschen Golf Verband (DGV) erforderlich - unabhängig davon, wie hoch die Dopingwahrscheinlichkeit im Golfsport ist. In die Verbandsordnung des DGV ist zu Beginn des Jahres die Anti-Doping-Ordnung (ADO) aufgenommen worden. Der Empfehlung, dass jeder Verein einen Anti-Doping-Beauftragten benennen sollte, ist der Golfclub Siegerland gefolgt. Die Suche fiel in diesem Falle kurz aus, denn mit Dr. med. Astrid M. Offer, Fachärztin für Allgemeinmedizin sowie Sportmedizinerin & Diplom-Sportlehrerin, konnte eine „Fachfrau“ für diese ehrenamtliche Tätigkeit gefunden werden. Sie ist seit mehreren Jahren Mitglied der AG Prävention der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA), Dopingkontrolleurin des Deutschen Fußball Bundes (DFB) und des Weltfußballverbandes (FIFA) sowie Mitglied der ad hoc Kommission „Anti-Doping“ der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin (DGSP). Warum auch der Golfclub Siegerland im Anti-Doping-Kampf Zeichen setzt, das lesen Sie

in den nachfolgenden Auszügen des Interviews mit Frau Dr. Astrid Maria Offer.

Auszüge aus dem Interview:

Golfclub Siegerland: Was hat Sie bewogen neben den anderen Anti-Doping-Aktivitäten nun auch die Aufgabe „Anti-Doping-Beauftragte des Golfclub Siegerland“ zu übernehmen?

Dr. Astrid Maria Offer: Mein Golfclub hat mich gefragt und ich habe Interesse an der Thematik, da mir diese am Herzen liegt. Für mich ist es aufgrund meiner Vorerfahrungen einfach, mich in die Anti-Doping-Bestimmungen des DGV einzuarbeiten und die anspruchsvolle Aufgabe zwischen Medizin, Sportler und Regeln zu übernehmen. Da auch der Golfclub Siegerland gute junge Talente hat, die in Ihrer Altersklasse deutsche Meisterschaften spielen könnten, muß hier ggf. Hilfestellung für Eltern und Athlet gegeben werden, damit sie sich im Dschungel des Anti-Doping-Reglements nicht verlaufen. Das dümmste was passieren könnte, ist wenn der deutsche Golfsport einen Dopingfall aufgrund von Unkenntnis der Regeln hat. So müssen viele Medikamente wie z.B. Asthma-Sprays oder Kortison in Tablettenform für im Testpool befindliche Spieler vor der Einnahme angezeigt werden Im Bereich Nahrungsergänzungsmittel gibt es ebenso wichtige Aspekte, die dem Athleten bekannt sein müssen, damit er nicht in eine sog „Dopingfalle“ tappt.

 

GC: Glauben Sie, dass im Golfclub Siegerland gedopt wird?

Offer: Nein, aber ich werde weder im Breitensport noch im Leistungssport für irgendjemanden meine Hand ins Feuer legen - insbesondere dann nicht, wenn es um viel Geld und finanzielle Existenzen geht. Auch wenn ein Athlet meint, er müsse nochmals etwas beweisen oder etwas Besonderes leisten, kann Doping ein Weggefährte sein. Doping ist außerdem belegt im Seniorensport als auch im Behindertensport. Also auch wenn ich nicht von Doping im Golfclub Siegerland ausgehe, steht es dem Golfclub Siegerland definitiv gut, ein klares Zeichen im Sinne „Doping – nein danke!“ zu setzen. Insbesondere Kinder und Jugendliche müssen von Anfang ihrer sportlichen Karriere an in einem Umfeld groß werden, in dem gegen Doping deutlich Position bezogen wird. Wichtig ist es, das Thema überhaupt zum Thema zu machen.

 

GC: Gibt es auch für Golfer, die die Sportart hobbymäßig betreiben Anti-Doping-Empfehlungen?

Offer: Grundsätzlich unterliegt jeder Golfer dem Dopingverbot, wenn er einem Verein angehört, der dem DGV angegliedert ist. Allein durch die Teilnahme an einem offiziellen Golfturnier hat sich der Sportler mit dem Anti-Doping-Reglement einverstanden erklärt. Natürlich fällt evtl. Doping in den unteren Spielklassen etc. gar nicht auf, weil dort nicht kontrolliert wird – finanziell sind flächendeckende Kontrollen in niedrigeren Klassen gar nicht machbar. Aber auch wenn keine Kontrolle durchgeführt wird: das Dopingverbot gilt!